„CDU und FDP dürfen Chancengerechtigkeit im öffentlichen Dienst nicht verhindern“

Die Abschaffung der anonymisierten Bewerbungsverfahren soll zu den ersten Amtshandlungen des neuen Integrationsministeriums der schwarz-gelben Landesregierung gehören und war heute Thema der Aktuellen Stunde im Landtag NRW.

Dazu erklärt Ibrahim Yetim, integrationspolitischer Experte der SPD-Fraktion im Landtag NRW: „Das Instrument der anonymisierten Bewerbungsverfahren wurde mit dem Ziel eingeführt, mehr Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen und Menschen mit Behinderung den Eingang in das Bewerbungsgespräch zu verschaffen. Es gehört weltweit zum Standard und hat sich als geeignetes Mittel zur Vorbeugung von Diskriminierung bei Bewerbungsprozessen bewährt. Diskriminierung ist auf dem Arbeitsmarkt Realität und muss bekämpft werden. Bevor man also ein geeignetes Mittel abschafft, sollten andere Instrumente, die vermeintlich effektiver wirken, zunächst geprüft werden. Die neue Landesregierung muss hier liefern. Das Thema als ’nicht dringlich‘ zu bezeichnen, wie es die CDU heute getan hat, ist blanker Hohn in den Ohren aller, die sich für die Chancengerechtigkeit in unserer Gesellschaft einsetzen.“

Nadja Lüders, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag NRW, erklärt:             „Nicht das anonymisierte Bewerbungsverfahren, sondern die Abschaffung des Instruments ist ,Murks‘, um die CDU-Staatssekretärin Serap Güler zu zitieren. Es ist eine Rolle rückwärts im Prozess der kulturellen Öffnung des Öffentlichen Dienstes und unserer Gesellschaft insgesamt. Der Öffentliche Dienst spiegelt noch immer nicht den Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in NRW wieder, sodass die interkulturelle Sensibilisierung der Personalverantwortlichen nach wie vor dringlich ist.“

Pressemitteilung der SPD-Fraktion im Landtag von NRW